Grundzüge der Anatomie

 

Anatomie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Körperbau von Lebewesen befasst. Da Pferde genau wie wir Menschen Säugetiere sind, gibt es in der Pferdeanatomie auch Begriffe, die wir bereits vom menschlichen Körper kennen. Um die Anatomie des Pferdes kennen zu lernen muss man also nicht all zu viele neue Fachbegriffe lernen. 

1.) Die drei Körperregionen eines Pferdes:

Grob unterteilt man den Körper eines Pferd in drei Regionen: Vorhand, Mittelhand und Hinterhand.  

    • Zur Vorhand gehören der Kopf, der Hals und die Vorderbeine.
    • Zur Mittelhand gehören Rücken, Lungensystem sowie Verdauungstrakt.
    • Zur Hinterhand gehören die Kruppe, das Becken und die Hinterbeine.
 

Zu Vorhand, Mittelhand und Hinterhand gehören 58 Körperteile. Die wichtigsten sind im folgenden Bild angeführt.

(Bild einfügen) Quelle: Anatomie-Hengst, Wikipedia 

2.) Das Skelett:

Das Skelett des Pferdes besteht aus weiteren 63 Skelettteilen. Es wird für die Stabilität und zum Schutz der Inneren Organe benötigt und ist bei allen Säugetieren ähnlich. Zu den inneren Organen des Pferdes zählen das Verdauungssystem mit Speicheldrüse, Schlundröhre, Magen, Dünndarm, Blinddarm, großer und kleiner Grimmdarm, Mastdarm, Leber und Nieren, die Harn- und Geschlechtsorgane, die Harnblase, die Fortpflanzungsorgane sowie die Atmungsorgane. Die Atmungsfrequenz eines Pferdes beträgt im ruhigen Zustand ca. 8-16 Atemzüge pro Minute.

Das Skelett von Mensch und Pferd unterscheidet sich in einigen Bereichen. Beine bzw. Arme werden in unterschiedlicher Weise eingesetzt. Wir Menschen benötigen eine gute Feinmotorik und Fingerfertigkeit. Das Pferd als Einhufer dagegen, ist ein Fluchttier und muss aus diesem Grund anstatt über feinmotorische Fertigkeiten über einen Körperbau verfügen, der das schnelle Flüchten in Gefahrensituationen ermöglicht. Die direkt mit der Wirbelsäule verbundenen Hintergliedmaßen des Pferdes tragen 45% des Körpergewichtes und ermöglichen so eine schnelle Übertragung der Schubkräfte, die Vordergliedmaßen haben hingegen überwiegend eine Stütz- und Auffangfunktion. Ausgeprägte Sinnesorgane, wie z. B. die Augen, die eine weite Rundumsicht ermöglichen sind diesbezüglich ebenfalls sehr wichtig.

Ein weiterer Unterschied bezüglich der Anatomie von Mensch und Pferd besteht im Bereich der Rippen und Wirbel. Das Pferd verfügt im Gegensatz zum Menschen, der 12 Rippenpaare besitzt, über 10 Atmungsrippen und 8 Tragerippen. Im Bereich der Wirbel unterscheiden sich Mensch und Pferd nur im Bereich der Brustwirbel (Mensch 12, Pferd 18) sowie im Bereich der Lendenwirbel (Mensch 5, Pferd 6). Das Pferd verfügt allerdings zusätzlich über 15-21 Schweifwirbel.  

3.) Der Schädel:

Auch das Kopfskelett des Pferdes, also der Schädel, unterscheidet sich erheblich von dem des Menschen. Das Gehirn des Pferdes ist im Verhältnis zu seinem Körpergewicht eher klein. Es wiegt zwischen 400 und 700 Gramm. Das menschliche Gehirn dagegen wiegt  zwischen 1245 g (Frauen) bzw. 1375 g (Männer).

Auch das Gebiss des Pferdes  unterscheidet sich von dem anderer Säugetiere. Ein gesundes Pferd besitzt im Ober- und Unterkiefer je 6 Schneidezähne, 6 vordere und 6 hintere Backenzähne sowie in manchen Fällen auch Eckzähne (meist nur bei Hengsten) sowie Vormahlzähne (auch Wolfszähne genannt). Das bleibende Gebiss von Pferden weist 36-44 Zähne auf, beim Mensch sind es 32.

Die Zahnform des Pferdes ändert sich im Laufe der Jahre durch den so genannten Kundenabrieb. Im Bereich des Unterkiefers dauert der Kundenabrieb ca. 3 Jahre, im Bereich des Oberkiefers ca. 6 Jahre ab Zahnwechsel. So bezeichnet man das Gebiss von 6-12 jährigen Pferden als „queroval“, das Gebiss von 12-18 jährigen Pferden als „rund“ und im Alter von über 12 Jahren spricht man von „rund bis längsovaler“ Zahnform. 

 

(Quelle: Wikipedia)

 


 

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