V. Schlussbetrachtung

 

Menschen können zu Tieren sehr enge Bindungen aufbauen. Das Pferd gilt heute neben dem Hund als engster Vertrauter und Partner des Menschen. Einigen Psychologen zufolge ist das Pferd als archetypisches Symbol dem der Mutter nahe. Auch ein Pferd spendet Wärme, schenkt Vertrauen und lässt eine innige Verbundenheit zu.

Diese Verbundenheit resultiert unter anderem auf kulturhistorischen Wurzeln und hat dazu geführt, dass zahlreichen Pferdegestalten in der Mythologie vieler Völker besondere Bedeutungen zukommen, man denke beispielsweise an das unschuldige Einhorn, dass Liebe und Reinheit symbolisiert und auch heute noch viele Kinder fasziniert.
Aufgrund seiner besonderen physischen und psychischen Beschaffenheit, seiner Stärke und Geradlinigkeit gilt das Pferd als idealer Therapiepartner. Pferde haben einen hohen Motivationscharakter, sie bieten vielfältige Anreize. Der Mensch wird ganzheitlich angesprochen, so können durch den Umgang mit dem Pferd im therapeutischen Reiten Erfolge im körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Bereich erzielt werden.  Durch die direkte Kommunikation mit dem Pferd ist die Erlebnisintensität sehr hoch.

Das Pferd stellt in der Therapie eine besondere Reizquelle und einen neuen Bezugsrahmen dar, in dem Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene nicht sofort auf eingefahrene Verhaltensmuster zurückgreifen können, sondern neue Erfahrungen machen und somit auch neue Reaktions- und Verhaltensweisen erproben müssen.
Eine positive und für das therapeutische Reiten sehr wertvolle Eigenschaft ist, dass die Pferde, die zur Reittherapie eingesetzt werden,  unvoreingenommen auf Menschen zugehen. Sie machen keine Unterschiede und verurteilen Menschen nicht aufgrund von Behinderungen. Ihre natürlichen Reaktionen auf Fehlverhaltensweisen von Menschen lassen sie zu natürlichen Therapeuten werden.


Ich selbst bezeichne den Umgang mit Pferden als „Balsam für die Seele“. Pferde „sind Schrittmacher für ein ausbalanciertes Gemüt“ (Pietrzak, S. 104).
Menschen sind von natürlichen, zahlreich ineinander verwobenen Rhythmen abhängig, die leicht aus dem Gleichgewicht kommen können. Rhythmen bestimmen unser Leben. Wir müssen regelmäßig schlafen, essen und trinken und richten uns nach dem Rhythmus der Jahreszeiten. Auch Vorgänge, die im Inneren unseres Körpers ablaufen, z.B. der Herzschlag oder die Atmungsfrequenz, orientieren sich an bestimmten Rhythmen. Schon im Mutterleib gewöhnen sich Ungeborene an ein Leben, das in bestimmten Strukturen abläuft. Rhythmen vermitteln Sicherheit und sind die Grundlage für viele menschliche Kompetenzen.

Pferde können dazu beitragen, dass Menschen die ihre natürlichen Rhythmen aus unterschiedlichen Gründen verloren haben, wieder körperliches oder seelisches Gleichgewicht erfahren, ihre eigene Sicherheit finden und wieder auf eigene Kompetenzen zurückgreifen können.
In dieser Arbeit habe ich unter anderem versucht dies herauszuarbeiten.

Literaturverzeichnis


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