III. Bewegung und Bewegungserfahrungen

2.) Veränderte Kindheit – veränderte Bewgungsgewohnheiten?

Die sozioökologischen Bedingungen des Aufwachsens haben sich in den letzten Jahren sichtlich verändert. Die Familie, später auch die Gleichaltrigen und die Bewegungsumwelt sind für Kinder die wichtigsten Erfahrungswelten. In all diesen Bereichen gibt es gegenüber früher entscheidende Veränderungen, die die Kindheit beeinflussen. Kinder wachsen heute in einer anderen Umwelt auf als Kinder noch vor 20 oder 30 Jahren. Die Gründe sind nach Zimmer (2001) in gesellschaftlichen, sozioökologischen  und familiären Veränderungen zu finden. Renate Zimmer charakterisiert die heutige Kindheit beispielsweise durch den Rückgang der Straßenspielkultur, die Zunahme des Medienkonsums, durch die Entdeckung der Kinder als Zielgruppe für die Konsumgüterindustrie, die Verinselung kindlicher Lebensräume sowie durch den Verlust natürlicher Spiel- und Bewegungsgelegenheiten. Die Kinder werden immer mehr zu passiven Konsumenten, der Raum für eigene körperlich-sinnliche Erfahrungen geht immer mehr verloren. Laut Roland Kromer, dem Leiter des Landesinstitutes für Schulsport leiden in Deutschland fast 40 Prozent aller Kinder unter Haltungsschäden. Auch Mediziner stellen fest, dass immer mehr Kinder an Koordinationsstörungen, Haltungsschäden, Kreislaufbeschwerden, Verdauungsstörungen, Muskelschwächen, Schlafstörungen sowie Lern- und Konzentrationsschwächen leiden. Beeinträchtigungen der Sinneskoordination sowie der sozialen und psychischen Belastungsregulation werden auffälliger. Die Eigentätigkeit der Heranwachsenden wird immer mehr eingeschränkt. Untersuchungen in Deutschland haben ergeben, dass Kinder zu viel sitzen und sich am Tag durchschnittlich nur eine Stunde bewegen (Bös/Schot 1999). Mindestens die doppelte Bewegungszeit wäre wünschenswert. Vor allem in Großstädten fallen die Entwicklungsrückschritte schon bei Kindergartenkindern auf. Auch wenn die Untersuchungen bezüglich des „Ersten Deutschen Kinder- und Jugendsportberichtes“ ergeben haben, dass Sport die wichtigste Freizeitbeschäftigung von Kindern bis zwölf Jahre ist, geht Bös davon aus, dass „die Trendsportarten sowie die frühe Mitgliedschaft im Sportverein die fehlende Bewegung im Alltag nicht oder nur zum Teil kompensieren kann.“ (Bös 2003, S. 17). Bös fordert
„frühzeitige Bewegungserfahrungen“, denn „eine gute motorische  
Leistungsfähigkeit stellt einerseits eine Ressource für eine erfolgreiche
Lebensbewältigung und den langfristigen Erhalt der Gesundheit dar, sie ist andererseits aber auch die unverzichtbare Basis für den Erwerb von
spezifischen sportlichen Fertigkeiten“. (Bös 2003, S.17)

Therapeutisches Reiten kann an dieser Stelle ansetzen.

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Das Reittherapie-Team rund um die Diplompädagogin Danika Hahn bietet den Therapiekindern mit ein ganzheitliches Therapiekonzept, das hilft, Verhaltens- und Bewegungsauffälligkeiten entgegen zu wirken.

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Eigentlich verbindet man das Pferd mit Attributen wie Anmut, Kraft und Schnelligkeit. Daher verwundert es einen umso mehr, wenn man liest, woher der Name des Pferdes eigentlich kommt.

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